Appaloosa-Stuten Injas Noble Joy und Inja Schilah
Appaloosa-Stuten Injas Noble Joy und Inja Schilah
Die Entstehung des Appaloosa:
 
Die Indianer vom Stamm der Nez Perce ( durchbohrte Nasen ) waren die ersten Indianer,die aufgrund ihrer früh entwickelten und schonenden Kastrationsmethoden eine Pferdezucht im heutigen Sinne betrieben.
Besonders Pferde mit auffälliger Fellzeichnung waren bei ihnen sehr beliebt und begehrt.
Bemalte Pferde oder Pferde mit außergewöhnlicher Fellzeichnung hatten für die Nez Perce magische Kräfte.
Diese gefleckten Pferde mußten für bevorstehende Kämpfe oder Zeremonien nicht extra bemalt werden,und die Fellzeichnung blieb im Gegensatz zur Bemalung auch durch Regen oder Schweiß unverändert.
Auch wenn keine Zeit zum Bemalen der Pferde blieb,z.B. wenn die Nez Perce von ihren kriegerischen Nachbarn überfallen wurden,waren die gefleckten Pferde mit ihren magischen Kräften sofort einsatzbereit.
Die Nez Perce Indianer erschufen ein wendiges,zähes,aber auch ein ruhiges,sensibles und seinem Reiter unbedingt ergebenes Pferd.
Alle diese Eigenschaften,gepaart mit Schnelligkeit,Ausdauer und Reaktionsvermögen,sicherten dem Reiter und seinem Pferd bei der gefährlichen Büffeljagd oder auf den lebensgefährlichen Kriegszügen das Überleben.
 
Der Untergang:
 
Der Untergang der Appaloosa ist untrennbar mit dem Untergang der Nez Perce Indianer verknüpft.
Schuld an dem Untergang beider Rassen,egal ob Mensch oder Tier, war wie so oft die Gier des weißen Mannes nach Land und Bodenschätzen.
Am 15.Mai 1877 gab General Howard dem Häuptling der Nez Perce,Chief Joseph den Befehl sein angestammtes Land innerhalb von dreißig Tagen zu räumen,und mit ihrem gesamten Besitztum in die Lapwai Reservation in Idaho umzuziehen.
Da der Umzug innerhalb dieser Zeit nicht zu schaffen war,und das Militär mit aller Härte deswegen gegen die Indianer vorgehen würde,entschied sich Häuptling Chief Joseph auch gegen den Wiederstand der jungen Krieger, gegen einen Kampf zu einer Flucht nach Kanada,um sich unter dem Häuptling der Sioux,Sitting Bull,zu vereinen.
So begann eine der dramatischten, entbehrungsreichsten und gnadenlosesten Fluchten in der Geschichte der Indianer.
Dem unverwüstlichen Pferd der Nez Perce,dem Appaloosa, wurde auf dieser aussichtslosen Flucht ein Denkmal gesetzt.
Das erste schreckliche Drama ereignete sich bei der Überquerung des Hochwasser führenden Snake River.
In den reißenden Fluten kamen ca. 900 Pferde,hauptsächlich tragende Stuten und Fohlen ums Leben.
Alle Nez Perce überlebten durch den Mut,die Kraft und die Ausdauer ihrer Pferde die lebensgefährliche Überquerung des Snake River.
Auf ihrer dreieinhalb monatigen Flucht kämpften sich die Nez Perce mit ihren Appaloosa durch unwegsames und schwierigstes Gelände.
Sie legten bei widrigsten Wetterbedingungen ( Regen, Eis, Schnee, Frost ) 1100 Meilen ( ca. 1800 km) zurück.
Es wurden dabei Höhendifferenzen von bis zu 2000 Meter überwunden.
Für Pferde und Reiter gab es nur kurze Ruhepausen und kaum Nahrung.
Während dieser Flucht mußten sich Chief Joseph und seine Krieger insgesamt gegen zehn verschiedene, sich weit in der Überzahl befindliche Kavallerie- Regimente in dreizehn Schlachten und Gefechten stellen.
Dank ihrer unglaublichen Pferde,die trotz aller Strapatzen denen der Kavallerie an Härte, Ausdauer und Wendigkeit weit überlegen waren,konnten die Indianer bei jeder Begegnung siegen oder einen Stillstand der Kämpfe erzwingen.
Erst durch den Einsatz modernster Technik, des Telegrafen, gelang es, die Nez Perce 38 km vor der Kanadischen Grenze zu stellen, und die erschöpften, halb erfrorenen und ausgehungerten Indianer nach fünftägiger Belagerung zur Aufgabe zu zwingen.
Die Gefangenen wurden auf verschiedene Reservationen aufgeteilt.
Den Pferden, inzwischen durch ihre unglaubliche Ausdauerleistung bei der amerikanischen Bevölkerung bekannt und bewundert, erging es ähnlich.
Die verbliebenen Appaloosa wurden beschlagnahmt und in einer Auktion in Fort Keogh versteigert.
Jeder wollte so ein legendäres Pferd haben und so gingen alle Tiere reißend weg und wurden in alle Winde verstreut.
Leider wurde bei den neuen Besitzern keine Reinzucht mehr betrieben.
Der Appaloosa wurde mit allem gekreuzt, was im Stall oder auf der Weide stand.
Egal ob Esel oder Kaltblut, Hauptsache es kam was raus was Flecken hatte.
Der Untergang des Appaloosa schien besiegelt.
 
Der Neuanfang:
 
Im Jahre 1894 kaufte der Rancher Claude Thompson seinen ersten Appaloosa.
Claude Thompson kannte den Original Appaloosa noch aus seiner Kindheit.
Er hatte die Vision, den Appaloosa in seiner ursprünglichen Form wieder auferstehen zu lassen.
Die beiden Abenteurer und Reiseschriftsteller des Wilden Westens, Lewis und Clark, beschrieben 1806 den Appaloosa als ein Pferd,das einen Vergleich mit den besten Pferden Kentuckys ( Vollblüter ) nicht scheuen mußte.
So wollte Claude Thompson seinen Appaloosa wieder züchten.
Kein leichtes Unterfangen, denn durch allerlei Einkreuzungen, hauptsächlich Kaltblüter um Arbeitspferde zu erhalten,waren die Ausgangstiere reichlich grob.
Nach Jahrzehnte langer Zuchtarbeit wurde am 30.Dezember 1938 durch Claude Thompson und Francis Haines der Appaloosa Horse Club ( ApHC ) in Amerika gegründet. (Quelle appaloosa horse community germany)
 
Berühmtes Zitat von Chief Joseph vom 5. Oktober, dem Tag, als er sich General Howards Truppen ergab:

„Sagt General Howard, ich weiß, was ihn bewegt. Was er mir bereits gesagt hat, habe ich in meinem Herzen. Ich bin des Kämpfens müde. Unsere Häuptlinge wurden getötet. Looking Glass ist tot. Too-hul-hul-sute ist tot. Die Alten sind alle tot. Die jungen Männer haben nun das Sagen. Jener, der sie einst führte, ist tot. Es ist kalt, und wir haben keine Decken. Die kleinen Kinder erfrieren. Einige meines Volkes sind weggelaufen in die Berge. Sie haben keine Decken und nichts zu essen. Niemand weiß, wo sie sind – vielleicht erfrieren sie gerade. Ich will Zeit, um nach meinen Kindern suchen zu können und um zu sehen, wie viele von ihnen ich noch finden kann. Vielleicht finde ich sie unter den Toten. Hört mich, meine Häuptlinge! Ich bin müde. Mein Herz ist krank und traurig. Vom jetzigen Stand der Sonne an will ich nie mehr kämpfen – für immer.“

"Wenn der weiße Mann in Frieden mit den Indianern leben will, so kann er das. Gebt allen Menschen das gleiche Gesetz. Gebt allen Menschen die Möglichkeit, zu Leben und sich zu entwickeln. Alle Menschen wurden vom großen Geist erschaffen und alle sind Brüder." Heinmot Toojalaket ( Chief Joseph - Nez Perce`)